Stadtteil-Historiker – Reinhold Reinmöller

Die Geschichte der Motorenfabrik Darmstadt

Von der Kirschenallee in die Welt

Luftaufnahme eines großen Industriekomplexes mit mehreren Gebäuden, Parkplätzen und angrenzenden Straßen. Am Hauptgebäude ist ein Schild mit der Aufschrift „Motopreneurpark“ zu sehen. Rund um die Gebäude stehen Autos, und die Straßen sind von Bäumen gesäumt.

Vortrag
Donnerstag, 17.09.2026, 19.00 Uhr | Museum für Industriekultur „Darmstadt Factory“

Anmeldung unter: industriekultur-darmstadt@web.de

Darmstädter Unternehmensgeschichte

Die Motorenfabrik Darmstadt gehörte über viele Jahrzehnte zu den bedeutendsten Industrieunternehmen der Region und prägte den Darmstädter Motorenbau nachhaltig. Das Unternehmen, das im Laufe seiner Geschichte unter verschiedenen Namen wie MODAG, MODAAG-KRUPP oder DEMAG-MODAG firmierte, entwickelte sich seit seiner Gründung im Jahr 1902 zu einem wichtigen Hersteller stationärer Motoren. Das Projekt zeichnet die Unternehmensgeschichte von den Anfängen über die erfolgreiche Produktion der RB-Motoren bis hin zur Rüstungsproduktion während des Zweiten Weltkriegs nach und zeigt ihre Bedeutung für die regionale Industriegeschichte.

Von den Anfängen bis zur Motorenproduktion

Ausgangspunkt ist die Gründung der Motorenfabrik im Jahr 1902 und ihre Entwicklung zu einem bedeutenden Motorenhersteller. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den bekannten KRUPP-MODAAG-Motoren, die weit über die Region hinaus eingesetzt wurden. Anhand eines erhaltenen Motors wird dessen Weg von der Produktion bis zu seinem heutigen Standort nachvollzogen und die Geschichte dieses bedeutenden Industriezeugnisses erläutert.

Darmstadt war über viele Jahrzehnte ein bedeutender Standort des Motorenbaus.

Reinhold Reinmöller

Produktion und Herausforderungen

Ein weiterer Schwerpunkt beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Motorenproduktion in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg. Am Beispiel eines konkreten Kaufvorgangs wird deutlich, welche Auswirkungen die staatliche Kontingentierung von Gusseisen auf die Herstellung der Motoren hatte und mit welchen Herausforderungen Unternehmen in dieser Zeit konfrontiert waren.

Arbeitsalltag und Unternehmensgeschichte

Historische Fotografien aus den 1930er- und 1950er-Jahren vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Arbeitsalltag in der Fabrik. Sie zeigen die Produktion ebenso wie Werksausflüge, Industriemessen und das Gemeinschaftsleben der Beschäftigten. Gleichzeitig dokumentieren sie den Wiederaufbau des Unternehmens und den wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit.

Das Ende der Motorenfabrik

Den Abschluss bildet die Übernahme des Unternehmens durch den DEMAG-Konzern und das Ende der eigenständigen Motorenfabrik. Zugleich wird gezeigt, dass die hochwertigen MODAG-Motoren bis heute bei Sammlern und Technikbegeisterten große Wertschätzung genießen und als bedeutende Zeugnisse der Darmstädter Industriegeschichte erhalten werden.

Reinhold Reinmöller

wurde 1945 in Lich geboren. Nach seinem Studium der Verfahrenstechnik an der Ingenieurschule und dem Studium
für Lehramt an beruflichen Schulen war er in Darmstadt als Lehrer für Chemie, Physik und Politik sowie in der Lehrerbildung tätig. Neben seiner beruflichen Laufbahn lag ihm stets die Mitgestaltung in seinem Wohnort Ober-Ramstadt am Herzen, was sich in seiner langjährigen Tätigkeit als Stadtverordnetenvorsteher widerspiegelte. Auch im Ruhestand bleibt er seiner Heimat eng verbunden:
Heute ist er vor allem als Lokalhistoriker aktiv und freut sich darüber, geschichtliche Hintergründe in öffentlichen Vorträgen lebendig halten zu können.

Foto © Helmut Hahn. Ehemaliges Firmengelände der Motorenfabrik Darmstadt (Titel)