Gedenkfeier mit Modellübergabe zum 110. Jahrestag ihrer Einweihung
Eberstadt hatte seit Jahrhunderten eine starke jüdische Minderheit. Die jüdische Gemeinde kaufte 1823 das direkt an der Modau gelegene damalige Rathaus und errichtete später eine Synagoge, die am 7. September 1915 eingeweiht wurde. Bei den Pogromen im November 1938 wurde die Synagoge in der Nacht vom 9. auf den 10. November in Brand gesteckt, verwüstet und zerstört. Zum Gedenken daran findet seit vielen Jahren an jedem 10. November an dem ehemaligen Platz der Synagoge eine stets gut besuchte Mahnwache statt.
Nun hat sich eine Arbeitsgemeinschaft der Universität Darmstadt zum Ziel gesetzt, 13 zerstörte Synagogen mit modernster Technik virtuell zu rekonstruieren. Die Dotter-Stiftung hat sich sofort der Eberstädter Synagoge angenommen und diese Rekonstruktion in Auftrag gegeben. Die Stiftung möchte, dass darüber hinaus auch ein physisches Modell der Synagoge als Zeichen des Gedenkens geschaffen wird. Dies ist heute mit der Technik des 3D-Drucks möglich. Es wird ein Schnittmodell sein, in welchem man nicht nur die Außenfassade, sondern auch die Inneneinrichtung sehen kann.
Spendenaktion „Eberstädter Synagoge“ als Zeichen des gemeinschaftlichen Gedenkens erfolgreich beendet – 24.500 € gesammelt
Die Hans Erich und Marie Elfriede Dotter-Stiftung freut sich, den erfolgreichen Abschluss der Spendenaktion zur Rekonstruktion der Eberstädter Synagoge bekannt geben zu können. Dank der großartigen Solidarität der Eberstädterinnen und Eberstädter und vieler weiterer Menschen und Institutionen ist unser Ziel erreicht worden: Es kamen insgesamt 24.500 € zusammen, aus Spenden und den Eintrittserlösen der Dotter-Konzerte im vergangenen Jahr. Den fehlenden Betrag der rund 34.000 € Gesamtkosten des 3D-Modells und die Kosten der virtuellen Rekonstruktion von 16.000 € übernimmt die Dotter-Stiftung.
Mit diesen Mitteln ist ein bedeutendes Erinnerungsprojekt realisiert worden: Die virtuelle Rekonstruktion der Synagoge durch die Technische Universität Darmstadt sowie die Schaffung eines realen Schnittmodells im 3D-Edelstahldruck.
Das physische Modell dient als Zeichen des gemeinschaftlichen Gedenkens und wurde am 7. September 2025, dem 110. Jahrestag der Einweihung der Synagoge, im Rahmen einer Gedenkfeier der Eberstädter Gemeinschaft übergeben. Nach der Renovierung des Eberstädter Rathauses wird es dort ausgestellt werden, zugänglich und erfahrbar für alle Menschen. So soll das Modell künftig nicht nur als Erinnerungsort dienen, sondern auch als pädagogisches Element, das Schulen, Vereinen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Zugang zur lokalen jüdischen Geschichte ermöglicht.
Die Dotter-Stiftung bedankt sich sehr herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern. Ihr Beitrag ist ein wichtiger Baustein zur Bewahrung unserer Geschichte und zur Erinnerungskultur.
Gedenkfeier am 7. September 2025
Musikalische Eröffnung
Begrüßung
Louis Schlösser, Streichquartett op. 15, 2. Satz
Ansprache Oberbürgermeister Hanno Benz
Kurt Weill, „Youkali“ Tango-Habanera
Ansprache Dr. Felix Klein
Ansprache Daniel Neumann
Ansprache Ludwig Achenbach
Felix Mendelssohn Bartholdy, Lied ohne Worte
Robert Kahn, Klavierquintett, 1. Satz
Vortrag Dr. Marc Grellert zur Forschungsarbeit
Präsentation virtuelle Rekonstruktion
Traditionelle jüdische Musik
Musikalischer Auszug
Besetzung: Diplomatisches Streichquartett Berlin Roman Kuperschmidt, Klarinette Georgi Mundrov, Klavier Hagit Halaf, Violine Don Hein, Kontrabass Alik Texler, Akkordeon