82. Dotter-Konzert
Zotos sings Theodorakis
Hommage an Mikis Theodorakis zum 107. Geburtstag von Hans Erich Dotter

Sonntag, 14.02.2027, 17.00 Uhr | Ernst-Ludwig-Saal
Mikis Theodorakis – Musik als Stimme der Freiheit
Mikis Theodorakis (1925–2021) zählt zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts und gilt bis heute als eine der prägendsten Persönlichkeiten Griechenlands. Sein Leben war untrennbar mit der Musik, der Geschichte seines Landes und dem Einsatz für Freiheit und Demokratie verbunden.
Schon früh entdeckte Theodorakis seine Leidenschaft für die Musik und brachte sich das Komponieren zunächst selbst bei. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er in Athen und später am Pariser Konservatorium, wo er unter anderem von Olivier Messiaen unterrichtet wurde. Internationale Anerkennung erlangte er zunächst mit seinen sinfonischen Werken, bevor er einen eigenen musikalischen Weg einschlug.
Sein größter Verdienst war die Verbindung von Kunstmusik und griechischer Volksmusik. Mit großer kompositorischer Meisterschaft vertonte er Gedichte bedeutender griechischer Lyriker und schuf Werke, die tief im kulturellen Gedächtnis Griechenlands verankert sind. Seine Lieder machten Poesie einem breiten Publikum zugänglich und wurden zu Symbolen von Identität, Hoffnung und Zusammenhalt.
Neben seinem musikalischen Schaffen engagierte sich Theodorakis zeitlebens politisch. Während der deutschen Besatzung kämpfte er im griechischen Widerstand, überlebte Gefangenschaft und Folter und wurde später zu einer der wichtigsten Stimmen gegen die Militärdiktatur. Seine Musik war zeitweise verboten, doch gerade dadurch gewann sie als Ausdruck von Freiheit und Menschlichkeit internationale Bedeutung. Nach dem Ende der Diktatur kehrte er in seine Heimat zurück und wirkte auch als Parlamentsabgeordneter und Minister am politischen Leben Griechenlands mit.
Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Mauthausen-Kantate, das monumentale Oratorium Canto General nach Pablo Neruda sowie zahlreiche Liederzyklen auf Texte griechischer Dichter. Auch seine Filmmusik zu Alexis Sorbas machte ihn weltweit bekannt und trug dazu bei, die griechische Musik international zu verbreiten.
Mikis Theodorakis hinterließ ein außergewöhnlich vielfältiges Werk, das Sinfonik, Oper, Kammermusik, Oratorien und Hunderte von Liedern umfasst. Seine Musik verbindet künstlerische Ausdruckskraft mit gesellschaftlichem Engagement und berührt bis heute Menschen weit über die Grenzen Griechenlands hinaus.
Hommage à Mikis Theodorakis
Mit diesem Konzert würdigt Jannis Zotos das außergewöhnliche musikalische Vermächtnis von Mikis Theodorakis. Über mehr als zwei Jahrzehnte verband ihn mit dem bedeutenden griechischen Komponisten eine enge künstlerische Zusammenarbeit und persönliche Freundschaft. Gemeinsam mit herausragenden Musikerinnen und Musikern lässt Zotos dessen eindrucksvolle Werke in authentischer Weise neu erklingen.
Das Programm vereint bekannte Kompositionen mit selten aufgeführten Liedzyklen. Neben Werken wie Ta Lyrika (Die lyrischen Lieder), Ilios kai Chronos (Sonne und Zeit) und Enas Omiros stehen auch zentrale Kompositionen wie die Mauthausen-Kantate und die Tragoudia tou Agona (Lieder des Kampfes) auf dem Programm.
Die Lieder von Mikis Theodorakis erzählen von Freiheit, Menschlichkeit, Liebe und Hoffnung. Sie entstanden in bewegten Zeiten, doch ihre Botschaften haben bis heute nichts von ihrer Kraft und Aktualität verloren. Dieses Konzert lädt dazu ein, das Werk eines der bedeutendsten Komponisten Griechenlands neu zu entdecken und seine Musik als lebendiges kulturelles Erbe zu erleben.
Jannis Zotos
Jannis Zotos zählt zu den vielseitigsten Vertretern der griechischen Musikszene. Als Gitarrist, Komponist und Arrangeur bewegt er sich souverän zwischen klassischer Musik, griechischer Folklore und zeitgenössischem Lied.
Seine musikalische Ausbildung absolvierte er von 1984 bis 1989 an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin. Bereits während des Studiums war er als gefragter Musiker in verschiedenen Ensembles aktiv, unter anderem bei percussion & strings sowie in der Begleitband der Singer-Songwriterin Barbara Thalheim.
Sein künstlerischer Werdegang ist eng mit dem griechischen Komponisten Mikis Theodorakis verbunden. Seit den frühen 1980er-Jahren wirkte Jannis Zotos an zahlreichen Konzerten, Aufnahmen und internationalen Tourneen mit. Ab 1990 leitete er das Tourneeorchester von Theodorakis, schuf Arrangements und begleitete den Komponisten bei Konzerten in zahlreichen europäischen Ländern sowie in Kanada und Israel. Dabei arbeitete er mit bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten wie Maria Farantouri und George Dalaras zusammen.
Gemeinsam mit seinem Bruder Thanassis gründete er 1990 die Zotos Kompania, die sich der Rembetiko-, kleinasiatischen und traditionellen griechischen Musik widmet. Mit ihrem unverwechselbaren Klang, mehreren Albumveröffentlichungen und Auftritten auf renommierten internationalen Folkfestivals etablierte sich die Formation weit über die Grenzen Griechenlands hinaus.
Ein weiterer Schwerpunkt seines Schaffens ist seit 2002 die Vertonung von Gedichten bedeutender griechischer Lyriker. Daraus entstanden mehrere vielbeachtete Alben, darunter Die leisen Stimmen der Erinnerung, Amour Fou, Zotos sings Theodorakis und Hydra.
Darüber hinaus komponiert und arrangiert Jannis Zotos Musik für Film, Theater und zahlreiche CD-Produktionen. Mit seinem stilistischen Reichtum und seiner außergewöhnlichen musikalischen Ausdruckskraft gehört er heute zu den prägenden Persönlichkeiten der griechischen Musiklandschaft.
Besetzung:
Jannis Zotos – Gesang, Gitarre und Komposition
Christina Fronista – Gesang
Thanasis Zotos – Gesang und Percussion
Jannis Stergiou – Bouzouki und Gitarre
Rolf Zielke – Klavier
Max Hughes – Kontrabass
Thomas Alkier – Schlagzeug
Foto © David Beecroft
